1. Die Linke bezieht ihre Kraft aus dem Außerparlamentarischen, darum Mobiliserung für 1. Mai und G8-Aktionen.
  2. Die neue Qualität der Linken: sie ist eine Kraft des demokratischen Rechtsstaates. Sie steht zur Gewaltenteilung. Unter diesem Aspekt lehnt sie gegenwärtige EU-Struktur ab, die die Gewaltenteilung immer mehr abbaut. Zweitens ist sie im Abendrothschen Sinne eine Kraft des Rechts- und Sozialstaates, was untrennbar miteinander verbunden ist (Artikel 14 und 15) und drittens eine Kraft des Friedens und Antiimperialismus.
  3. Die Linke versteht sich wie eine Erbengemeinschaft. Weil wir 2009 wohl keine Koalitionspartner auf Bundesebene finden werden, müssen wir umso mehr andere Parteien um solche Traditionen „beerben“, die dort nicht mehr gut aufgehoben sind. Das Erbe Willy Brandts ist in den Händen von Beck und Müntefering schlecht aufgehoben, die Bergpredigt und auch die Heimatbezogenheit wird von der CDU schon lange nur noch als Marketingartikel missbraucht, das Liberale, Freiheitliche, eines Werner Maihofer und Karl-Hermann Flach und der Freiburger Thesen sind bei der FDP nicht gut aufgehoben. Wir kämpfen jetzt gegen Schäuble und dessen Überwachungsstaat. Und der Klimaschutz kann nicht von einer Grünen-Partei vertreten werden, die gleichzeitig den Kapitalismus hochleben lässt und solche Konzerne, die in der CO2-Produktion führend sind.

Die Linke braucht einen starken marxistischen Flügel, auch wenn dies nur ein Minderheitsflügel ist. Die Linke ist ganz besonders – weil sie eine Oppositionskraft ist – auf eine völlig neue Art der Zusammenarbeit mit Künstlern angewiesen. Die Einigung der Linken (nach der langen Spaltungsgeschichte) ist etwas Neues, das wir jetzt wagen und was schon so lange überfällig ist.
Beachten wir immer das Jahr 2009, in dem wir im Juni in die Europawahl gehen. Wir hatten schon ohne die WASG und Oskar Lafontaine 6,1% – ein starkes zweistelliges Ergebnis ist durchaus realistisch. Ironisch gesagt: So viele Landtagswahlen können wir gar nicht verlieren, als dass wir von einer Europawahl im Juni und der Saarland-Wahl – wenn wir nur klare Linie behalten – nicht einen unglaublichen „drive“ für die wenige Wochen danach stattfindende Bundestagswahl bekommen.