Diether Dehm nach verlorener Landtagswahl: "Wasser soll privatisiert werden"
 
Über den Besuchern im Bistro Punjabi hing die bittere Enttäuschung über das Ausscheiden aus dem Landtag. Und darum hatte Kreissprecherin Silvia Sedelmayr den Bundestagsabgeordneten und früheren Landesvorsitzenden Diether Dehm eingeladen, mit dem die Partei schon bessere Tage erlebt hatte.
 
Dehm begann mit einem "Lob für unsere Gegner": es sei Merkel, BILD und den Gelddruckern der Europäischen Zentralbank gelungen, die Krise hierzulande "hinter den Wahltermin zu tricksen und vorläufig Protest einzulullen."  
 
Solange sich Bedrohte und Betroffene bei Lohndumping und Rentenkürzungen von Gegenwehr abhalten liessen, solange also Europa brodelt, aber Deutschland als heile Insel hingestellt werden könnte, hätten auch Linke zwangsläufig weniger Prozente.  
 
Die Linkenmitglieder, die neben Wilhelmshaven auch aus den Kreisen Wittmund und Friesland angereist waren, sparten nicht mit Applaus, als Dehm ausrief: "Und dennoch sind wir die Partei der unbequemen Wahrheiten: Die Macht der Deutschen Bank und Goldman-Sachs, die sich hinter der EU verschanzt, ist und bleibt die grösste Geisel der Menschheit!"
 
Die Versammlung war sich einig, dass Sahra Wagenknecht eine noch wichtigere Rolle im nächsten Bundestagswahlkampf spielen müsse und auch die Hoffnung auf Rückkehr von Oskar Lafontaine auf die bundesdeutsche Bühne machte die Runde.  
 
Diether Dehm, der selbst als Unternehmer zur Initiative "Vermögende für Vermögensabgabe" gehört, erklärte, dass die Linke in ihrer scharfen Kritik an dieser EU und dem "Superreichenstaat" nicht nachlassen dürfe. Er nannte die neueste Bestrebung des EU-Binnenmarktauschusses. Keine vier Tage nach der Landtagswahl hatte der die „Konzessionsrichtlinie“ durchgewunken, womit der ungehemmt profitablen Verwertung von Wasser Tür und Tor geöffnet würde. "Wir als Linke werden gegen eine solche Privatisierung den Widerstand mittragen, (z.B. Werben fürs Unterzeichnen der online-Petition auf www.right2water.eu); auch im bevorstehenden Bundestagswahlkampf. Die Verteidigung von Wasser und von Sozialstaat ist für uns eines!", so Dehm.
 
Die Versammlung kam einmütig zur Festlegung, wie sie der Wittmunder Bernd Mayer formulierte: "Wenn wir einen echten Spitzenkandidaten wollen, um auch da gegen die Gabriels, Trittins und Röslers gegenzuhalten, dann kann unser Spitzenkandidat nur Diether Dehm sein." Diether Dehm, der als Popautor ("Tausendmal berührt", "Was wollen wir trinken") einen Namen hat, versprach einen Bundestagswahlkampf "wo viel Musik drin ist und der unsern Wählern und uns Laune machen wird und Angriffslust gegen Bankenmacht."