Aus Anlass einer Preisverleihung an Ken Jebsen für seine jounalistische Arbeit durch das Online-Portal Neue Rheinische Zeitung erhob sich wieder einmal die Gesinnungshatz der sogenannten Antideutschen.

Sind an der AfD immer nur die andern schuld? SPD und Grüne mit ihrer Austeritäts-Agenda2010? Der altdeutsche Untertanengeist vor allem »im Osten«? CDU/CSU mit rechten Parolen? Gilt also nur für uns Linke ein dreimalsatt selbstgefälliges »Weiter so!«?

Mit einem lesenswert not-wendigen Beitrag hat Götz Eisenberg in der jungen Welt vom 22.7. die Diskussion um eine Brache der Linken wieder angestoßen. Aber allzuviel bleibt bei ihm noch antiautoritär pauschaliert: "In einer an ihrem Reichtum erstickenden Gesellschaft beobachten wir neuartige Formen der Kindsaussetzung". Nun ist keine Klassengesellschaft dergestalt, dass da in der Regel die die Kinder aussetzen, die "an ihrem Reichtum ersticken".

25 % der Deutschen, so eine Umfrage vom Freitag, wünschen sich eine stärkere Einflussnahme von Oskar Lafontaine auf die Bundespolitik. Heute ergibt sich dazu vielleicht die grosse Chance. Achja, das auch zum Thema "alte weiße Männer"! Hab ich Oskar am Freitag gesagt: "73 ist doch echt kein Alter. Auch weil man da zum Glück nicht mehr so leicht verdächtigt wird, Wahrheiten zugunsten einer Politkarriere dem mainstream der alten Mächte einzupassen, wie manche JungpolitikerIn, die Männerhass statt Klassenkampf predigt." Also aus nicht ganz uneigennützigen Gründen: viel Glück, Oskar!

Dein Diether

Rede von Diether Dehm beim "STOPP Ramstein"-Protest am 11. Juni 2016