Im Freizeitheim Linden, Hannover, kamen am 6. Mai Agnes Hasenjäger, Egon Krenz, Diether Dehm und Ulrich Sander mit mehr als 50 Interessierten zusammen. Hintergrundinformationen zu den Tagen im November 1989 und spätere Lehren. Aber auch im Heute entschieden: "Ich sage immer, lieber einen verordneten Antifaschismus als einen einen geduldeten Neofaschismus!" (Egon Krenz)

Wolf Biermann hatte einst den Dichter und DDR-Minister Johannes R. Becher verhöhnt, die lyrischen Musen hätten ihn im Staatsamt verlassen. Seit der Stachel des Ex-Staatsfeinds Biermann dann selbst von erektiler Dysfunktion befallen und ihm jahrzehntelang keine starke Zeile mehr gelungen war, schlüpft dieser wieder ins markterprobte Opfergewand, als Staatsfeind wenigstens posthum: Mordanschläge der Stasi, abgehörte Telefone, Liebeskuppeleien und die ganzen anderen Schikanen "gingen im Westen lückenlos weiter" ("Warte nicht auf bessere Zeiten", Propyläen 2016, S.474).

(Oder: wie sich AfD und PC hochschaukeln)

Die Hinweise verdichten sich, dass Politiken, Ideologieproduzenten und NATO-nahe Dienste an einer Annäherung des rechten Spahn-Flügels der CDU mit FDP und AfD arbeiten. Wie sonst ließe sich erklären, dass Merkel so wenig Manövriermasse an die Hand gelassen wurde, Schulz und Nahles wenigstens etwas mehr ihrem Bundesparteitag Zeigenswertes zu übergeben? Und wie erklärt sich die ein- und erstmalig heiße Liebe bei WELT, ntv und ZDF-heute für einen Juso-Bundesvorsitzenden im Vorfeld des SPD-Mitgliederentscheids. Wann hat es das mal gegeben, dass der Springerkonzern SPD-Mitgliedsformulare abbildet und für den SPD-Eintritt wirbt? Oder liegt da nicht eher ein Rechtsputsch in der Luft über dem bürgerlichen Lager, der Schulz durch Scholz, Seehofer ganz durch Söder und Merkel durch Spahn ersetzen könnte. Um doch noch neben der FDP die AfD ins Spielfeld zu rücken – zügiger jedenfalls, als in Österreich!

Aus Anlass einer Preisverleihung an Ken Jebsen für seine jounalistische Arbeit durch das Online-Portal Neue Rheinische Zeitung erhob sich wieder einmal die Gesinnungshatz der sogenannten Antideutschen.

Sind an der AfD immer nur die andern schuld? SPD und Grüne mit ihrer Austeritäts-Agenda2010? Der altdeutsche Untertanengeist vor allem »im Osten«? CDU/CSU mit rechten Parolen? Gilt also nur für uns Linke ein dreimalsatt selbstgefälliges »Weiter so!«?