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Norbert Blüm war sehr getroffen als die BILD-Zeitung die Kampagne gegen ihn losgetreten hat wegen des Satzes "Die Rente ist sicher". Dabei hatte er völlig recht: staatlich finanzierte und solidarisch begründete Rente ist auf jeden Fall sicher und das vor allem im Vergleich zu dem, was den besten Kunden der BILD-Zeitung, nämlich Allianz-Konzern und Maschmeyer, wollten und zwar eine aktienbasierte Rente, die auf spekulativem, lockerem Untergrund steht.

Er nannte sich selbst "Marxist", kannte unglaublich viel Marx und Brecht auswendig und vieles andere. Er hat dann irgendwann die Entscheidung getroffen, dass er in der CDU mehr Praktisches bewegen kann, wie wir das z.B. als Linke tun, wenn wir als DIE LINKE uns selbständig organisieren. Damals war die Wahl für ihn auch einen Tick leichter, denn es gab ja faktisch in der SPD Helmut Schmitt an der Führung, dann gab es die kleine DKP und da entschied er sich eben so.

Als DIE LINKE ihn eingeladen hat nach Braunschweig, wo sich eine rechte Rentnerpartei damals begründen sollte, ein Menetekel für künftig andere rechte Parteien, kam er sofort und ist bei unserer Veranstaltung aufgetreten - gegen die Rentnerpartei, und mit einem Konzept, was sich sowohl gegen die Riester-Rente als auch gegen andere Formen der Privatisierung gewendet hat.

Auf der CD "Brecht auf der Tagesordnung", die ich 2006 veröffentlichte, hat er als seinen Beitrag Brechts "Lied des Händlers" ausgesucht und gesprochen. Die CD wurde in meinem Bundestagsbüro aufgezeichnet. Da tauchte auch die Idee zu unserm gemeinsamen Theaterstück "Heimatabend" auf, was wir dann 2007 auch mit Peter Sodann als weiteren Autoren realisiert haben.

Ich muss wirklich sagen, ein für die Menschlichkeit in der Politik und die Menschlichkeit, die die Politik einfordert, schwerer Verlust.

mit Blüm min

Bild anlässlich der Tournee 2007 mit dem Stück "Heimatabend"; Von links nach rechts: Oskar Lafontaine, Ottmar Schreiner, Norbert Blüm, Diether Dehm und Albrecht Müller