Wegen Lafontaine und Gysi sind alle neidisch auf die Linkspartei. Ein Gespräch mit Diether Dehm
Interview: Peter Wolter

Diether Dehm ist Europapolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke und Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der Partei der Europäischen Linken (EL)

Der europapolitische Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Dr. Diether Dehm, kommentiert die deutsch-französische Einigung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Nicolas Sarkozy zur Überwindung der Krise und zur Einrichtung einer Wirtschaftsregierung für die Eurozone:

Diether Dehm (l.) und Giuliano Pisapia, Oberbürgermeister von MailandWie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis.

Den im Mai neu gewählten Oberbürgermeister von Milano, Giuliano Pisapia, traf ich in "seiner", einer der wichtigsten Städte Europas. Meine alte Heimatstadt Frankfurt am Main, in der ich auch mal im Magistrat wirkte, hat eine Städtepartnerschaft mit Mailand.

Guliano Pisapia ist Jurist und parteiloser Politiker. Er war der Nebenkläger, der die Familie des 2001 bei den Demonstrationen gegen den G8-Gipfel in Genua von der Polizei erschossenen Carlo Giuliani vertrat.

Wenn Günter Grass nun spät, aber nicht zu spät, sagt, die „Systemfrage“ müsse „gestellt werden“, wenn Brooks und Moore ihren Glauben an den Kapitalismus einschränken und Frank Schirrmacher gestern in der FAS sogar so weit geht, allmählich zu glauben, dass DIE LINKE Recht hat, muss die Abschaffung dieses kapitalistischen Regimes auf die Tagesordnung. Noch haben wir die Chance demokratisch institutionell in Zentraleuropa die Diskussion über den sozialen und ökologischen Aufbruch in eine wirkliche Demokratie zu gestalten.

„Gewinnerbanken wie die Deutsche Bank, die mit der Krise spekuliert und daran verdient haben, müssen verstaatlicht werden“ fordert der europapolitische und mittelstandspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Dr. Diether Dehm, „die Bundesregierung muss die Initiative für eine europaweite Bankenverstaatlichung ergreifen, denn diese haben kein Interesse daran vom ‚süßen Gift‘ der Spekulation abzulassen, mit dem sie immer mehr Länder in die Krise ziehen.“