Die Ehrung eines deutschsprachigen Dichters, der 1999 seine Stimme gegen den völkerrechtswidrigen Krieg Deutschlands und der NATO gegen Jugoslawien erhob.

 

 

Ab Samstag 14. September um 16:00

Von einem, der sich nicht unterkriegen lässt – Diether Dehm über seine Skandale

Der Linke Liedersommer, bislang beheimatet auf der Burg Waldeck, fand in diesem Jahr erstmalig auf dem Gelände des Naturfreundehauses Rahnenhof bei Carlsberg in der Pfalz statt. Veranstaltet wird der Liedersommer im Zweijahresrhythmus traditionell vom Verband der Freidenker. Newscan zeigt Ausschnitte des Konzerts von Diether Dehm & Michel Letz.

"Das Bekenntnis" ist der eindrucksvollste Roman meiner letzten zehn Lesejahre. Und das, obwohl hochgepriesene Dichter, von Vonnegut bis Houellebecq, den klassischen Roman demontiert hatten. Immerhin jedoch: auch Konstantin Wecker bekennt sich zur "Grisham-Sucht". Jede Sucht giert nach Wiedergutmachung depravierender Versuchsanordnungen aus dem richtigen Leben. Die sollen dann in fingierter Eigenregie - etwa im Computerspiel oder im Gottesdienst - antipodisch nachgestellt werden. Nur halt: mit besserem Ausgang. Belletristik-Sucht hingegen bietet Rausch und Entzug in einem. Diese Evasion, dem Leserleben dialektisch abgelauscht, wird im Unwirklichen einer großen Erzählung zur unerwarteten Erwartung anderer Wirklichkeit. Wo Unentrinnbares auf den Leser zuwalzt, wirbelt aus einer Deckung ein unerwarteter Fakt hoch und kippt mit Hebelwirkung die ganze mächtige Niederwalze. Hollywoodautor Grisham bekam drum von links vorgeworfen, zuoft in Happy-Ends zu münden. Wie Beethoven. Dem hatten zeitgenössische Musikkritiker die Schlichtheit der Neunten Sinfoniemelodie vorgeworfen. Worauf dieser entwaffnend kindlich reagierte: "Was würden Sie denn machen, wenn Sie einen so schönen Einfall gehabt hätten?"