In einem TV-Werbespott.

"Alles Lüge", würde Rio Reiser sagen. Denn: Was wurde von oben nicht bereits alles an "FREIHEIT" versprochen? "FREIHEIT" statt Impfpflicht!

1988 theodorakis fotoMit dem großen Komponisten gemeinsam durfte ich sein „MeTosa („Mit Flammenblättern grüßt uns die Sonne“) singend 1975 in Frankfurt auf der Bühne stehen. Sein „Canto Generale“ (Theodorakis/Neruda) gehört durchaus neben die Sinfonien Beethovens und Verdi-Opern. Er besuchte uns zur Neugründung von „Künstlerinnen in Aktion“ in Köln 1988 (Foto mit Oskar Lafontaine,SPD; dem Sprecherrat von „Künstler für den Frieden“ Dietmar Schönherr, Hannes Wader, Lydie Auvray, Raphaela Wilde, Diether Dehm) 1988 in Köln.

2012 besuchten ihn Heike Hänsel, Gregor Gysi, Alexis Tsipras und ich in Athen. Die Reinheit seiner Kunst, die sich immer auch der griechischen Volksmusik bedient hat und selber dazu geworden ist, ist dialektisch ergänzt durch seine politisch intellektuelle Gegnerschaft zum linken Opportunismus: solche, die proletarische Hoffnungen für ihren Aufstieg missbrauchen, waren ihm ein Gräuel. Mit Manezos Glezos hat er sich so auch immer gegen diese EU und die NATO gewendet, aber für ein Europa der „kleinen Leute“, der Abrüstung und der gerechten Löhne und gewerkschaftlichen Rechte.

muehleEindrücke von unserem Linken Sommerfest in Osnabrück. Mit dabei Fraktionsvorsitzende im Bundestag Amira Mohamed Ali, Jutta Krellmann, Heidi Reichinnek

Kulturprogramm Diether Dehm und Micha Letz

online Diskussion: Herrschaft der Angst

Es diskutieren:

Norman Paech (Völkerrechtler, Hamburg)

Diether Dehm (MdB, Theatermacher und Heilpädagoge)

Moderation: Hannes Hofbauer (Herausgeber)

Die Machtausübung unserer Tage basiert auf mehreren Säulen. Noch immer scheint jene Definition zu gelten, mit der Antonio Gramsci vor bald 100 Jahren den (bürgerlichen) Staat beschrieb: „Hegemonie, gepanzert mit Zwang“. Die jeweiligen Regierenden erkaufen die Akzeptanz zu ihrer Politik mit materiellen Zugeständnissen – so dies ökonomisch möglich ist. Parallel dazu betreiben sie eine Herrschaftstechnik, die – im Angesicht der sogenannten Corona-Krise – immer offener zutage tritt: die Erzeugung von Angst. Dies ermöglicht dem Staat stärkere Befugnisse und lenkt die Aufmerksamkeit der Menschen auf das jeweilige Drohszenario.

Herrschaft der Angst 400„Lockdown mit Augenmaß“ statt eines staatsmonopolkapitalistischen Panikorchesters

"Gegenwärtig dominieren zwei große Angstmacher: Die einen schüren die Angst vor Viren und die anderen die vor einer Diktatur. Jene Angst Numero 3 aber, wohl die realistischste, die vor dem ökonomischen Absturz, kommt unter die Räder der beiden anderen. Denn diese Angst, die der „finanziell Schwachen“, wird selten bewusst artikuliert. So, wie Verängstigte Aggressionen auf Migranten projizieren können, deuten Krisenbedrohte entweder auf „Corona-Sheriffs“ oder auf „Corona-Leugner“ als vermeintliche Ursachen, mischt sich ihre Angst größeren Medienparolen unter, bedient sich also der Chiffres der selbstbewussteren Angstmacher von den Grünen bis zur AfD. Die herrschende Angst ist die Angst der Herrschenden und deutet angstmachend auf den Niedergang von „Märkten“: von Arbeitsmarkt, Finanzmarkt, Binnenmarkt usw. So wird aus der „normalen“ Angst des Marktregimes die Panik in der Krise. Und eine „Chance“ – für die mit den wachsenden Werten, speziell im Aktien- und Immobilienportfolio.

Klar ist Satire noch erlaubt – sogar nach der #nichtganzdicht-Hexenjagd...

Natürlich hat das hier aber alles GARNIX mit den Coronaregeln der Bundesregierung zu tun. Auch GARNIX mit #allesdichtmachen. Und schon GARNIX mit der Shitstorm-Hexenjagd gegen Liefers & Co. Mir fiel halt nur mal 'ne Geschichte in den Schoß. Über eine rosig-grünschwarze Zukunft, in der endlich Ketzer virtuell verbrannt und verbannt sind. Und Zweifler an den Herrschenden finalberuhigt. Besonders, weil sich doch unsere Bundesregierung dermaleinst „Solidaritätskomitee“ nennen und die endgültige Gleichheit durchsetzen wird: von dick und dünn, von hübsch und hässlich. Und zwar bei allen Geschlechtern! Es ist ein kleines Briefchen von einer Schwester an ihren Bruder 2038. Der kreist seit 17 Jahren auf der ISS III, was aber im Weltall viel schneller vergeht. Gesprochen ist die „Mail ins All“ von Schauspielerin Claudia Neidig.

verfolgte tuerkeiAls linker Politiker, vor allem aber als Kulturschaffender, stehe ich schon lange an der Seite von KünstlerInnen und kulturellen Aktivisten und Aktivistinnen weltweit. Das Erdoğan-Regime verfolgt immer brutaler GewerkschafterInnen, gewählte Volksvertreter (HDP-Abgeordnete) und inhaftiert besonders kritische Kulturschaffende.

Um, trotz der Coronakrise, die Aufmerksamkeit davon nicht abzulenken und gleichzeitig real die Situation der Betroffenen zu verbessern, veröffentliche ich mit „Künstler für den Frieden“ und dem türkischen Arbeitsverein DIDF nun eine Solidaritäts-CD. Mit Liedern von Konstantin Wecker, Dieter Hallervorden, der türkischen Grup Yorum (deren Mitglieder in der Türkei selbst brutalster Verfolgung ausgesetzt sind), Dirk Zöllner, Julia Neigel und anderen wird der Erlös genutzt, um den Rechtsschutz für verfolgte und inhaftierte Künstler-Kolleginnen und Kollegen in der Türkei zu finanzieren. ✊