Mit viel Mühe, einer Anregung Lafontaines folgend, mit Hilfe von Barbara Brecht und Heiner Fink, gelang es uns, Brechts „Fragen eines lesenden Arbeiters” ins neue linke Parteiprogramm einzubringen: Fragen nach der Reichtums-Herkunft, der Kraft-Ausbeutung. Zweifel an den herrschenden Legenden bourgeoiser „Leistungsträger”.

Aber, es gibt auch unproduktive Zweifel. Zum Beispiel die der in Mode gekommenen Anti-Antikapitalisten und deren Spitzfindigkeiten beim Skandalisieren der praktischen Zweifler am Herrschenden. Sie lenken Kritik am Gegenstand vorbei auf die Kritiker des Gegenstandes. Rot-grün ist geführt von diesen Kritik-Kritikern, den ewigen Konterrevolutionären. Ziel ihres Regimes von Noske bis Münte ist das rigorose Ausschalten von allem weiter-linken Zweifel. Bei gleichzeitigem Versprechen, kleine Renditeteilchen aus der transnationalen Finanz-Diktatur an gehobene Gehaltsgruppen im Industrieproletariat zu leiten. Dem unteren Rest der Arbeitskraftverkäufer wird Apathie verordnet. Dazu wird widerständiges Organisationspotenzial atomisiert, um widerständiges Denken zu zersetzen. Der Prototyp dieses konzernmediengestützten Apathie-Regimes sind die USA, wo es gegen Wallstreet-Kandidaten nur selten gelang, Langzeitarbeitslose in Wählerlisten zu motivieren.

Lieber Jan,
unser Gespräch vom Werbellinsee ging mir lange durch den Kopf. Wir haben es zwar in der üblichen heiteren Atmosphäre geführt, bei der wir uns ja auch zumindest nie einen Wortbruch gegenseitig zuschulden kommen ließen, aber Deine völlige Verdutztheit, wie es zu dieser starken Ablehnung von Dietmar Bartsch und seinem engeren Umfeld eigentlich kommen konnte, korrespondiert mit meiner Verständnislosigkeit für den Hass, der Oskar oft entgegenschlug (zuletzt Bockhahn usw.). Zunächst habe ich das versucht, nicht an anderen zu ergründen, sondern an mir. Es erhebt also keinen Anspruch auf Umfänglichkeit.

{denvideo http://www.youtube.com/watch?v=DMXd1JCUt-s}

„Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“
Bertolt Brecht

Liebe Genossinnen und Genossen,
es ist jetzt nicht die Zeit, mit schonungslosen Einschätzungen hinter dem Berg zu halten. Es gab in der alten PDS stets Leute, die die Parteivereinigung und Oskar Lafontaine nur taktisch und vorübergehend nutzen und in Perspektive dann mit SPD und Grünen Regierungsposten teilen wollten. Die festen Grundsätze hinderten sie daran, die wir in unser Parteiprogramm mit viel Mühe und dann mit großer Mehrheit festgeschrieben hatten: Zum Beispiel:

  • Hartz IV muss weg, die Agenda 2010 ist Gift für unsere Demokratie und Volkswirtschaft
  • Zockerbanken und Atomkonzerne müssen vergesellschaftet und verkleinert werden
  • Wir brauchen in der ganzen EU heftige Lohn- und Rentensteigerungen
  • NATO-Einsätze müssen beendet werden.

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Lieber Klaus, Genosse, Freund,

wir als zwei Weggefährten im PV sagen Dir‘s jetzt ‘mal ins Gesicht: Lass Dich mal loben, Klaus. Und lach es nicht lauthals fort, wenn wir‘s, wie‘s unsere Art ist, etwas historisch auf- und überziehn.
Auch, wenn das ziemlich große Lernen der letzten zwei Jahre in Demoskopenprozenten nicht messbar erscheint. Und gerade darum! Dem Kapital und der Macht scheißt der Teufel auf ihren größten Haufen. Glück kommt von oben. Von unten muss gelernt werden. Organisch wächst denen oben zu, was wir uns mühsam organisieren müssen (und vor allem das Lernen um unser neues, so lehrend, lernendes Parteiprogramm!)

 

Von den Blockupy-Protesten in Frankfurt ging es am Samstag nach Diepholz. Dort wurde über die Griechenlandkrise und die Solidarität mit den Griechen diskutiert. Heute nun war der Kongress in Berlin: "Volle Kraft voraus" mit Oskar Lafontaine.

Weitere Fotos sind im Flickr-Kanal hinterlegt.