Die Wormser Zeitung über eine Diskussion im Zuge der Theaterbewegung und den "Mythos Geld"

Während sich Dr. Dieter Dehm, Europapolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, für eine Verstaatlichung der Banken und mehr Steuergerechtigkeit aussprach, warnte Dr. Markus Küppers, Geschäftsführer der Oppenheim Vermögenstreuhand GmbH, davor, die großen Vermögen noch mehr zu besteuern. Es sei nicht ratsam, solche Kompetenzen „vom Hof zu jagen“.

 

Weiterlesen unter: http://www.wormser-zeitung.de/region/worms/kultur/img12280208.htm

Nach der Löschung des BILD-Artikels über "den ersten Popstar im Bundestag" gab es eine Interviewanfrage des BILDblog, den wir nun dokumentieren.


Außerdem gab es in der JungenWelt und im Neuen Deutschland Artikel zum dem Phänomen der Selbstzensur.

Wann hat Frau Baldauf mit Ihnen gesprochen? Gab es einen aktuellen Grund?
Schon damals, als ich mit Günter Wallraff die Gegen-BILD-Stellen in verschiedenen Städten aufgebaut habe, gab es einzelne, wenige Bild-Redakteure, die fairer, vielleicht einfach spielerischer waren als die meisten anderen. Dazu zählte in meiner Zeit als niedersächsischer Landesvorsitzender der LINKEN auch Angi Baldauf. Als sie mir sagte, mich als Unterhaltungsautor und Sänger der Band Diadem nebst Liedern meiner cd "große liebe.reloaded" mal positiv ins Blatt bringen zu wollen, gab (und gibt!) es keinen Grund, ihr das nicht zu glauben.

[<-- per klick auf das Bild erhält man den verschwundenen Artikel als pdf.]

 

@uelle: http://hinter-den-schlagzeilen.de

War das noch die BILD, die Wallraff als Zentralorgan der Finanzspekulanten unter dem Decknamen "Hans Esser" einst ausgeforscht hatte?

Die BILD, gegen die die APO wegen Volksverhetzung geklagt und demonstriert hatte?

Die BILD, die regelmäßig Gegner der Bankenmacht, von Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke bis lateinamerikanische Theologen der Befreiung und nun Blockupies in den Rufmord getrieben und geschrieben hatte?

18 Stunden hatte ein Redakteur von BILD die zarte Illusion, er könne Liebeslieder schön finden und beschreiben, obwohl diese von einem Bankengegner gesungen worden waren. Und er hatte es einfach getan. Naiv möchte man meinen.

 

Mit viel Mühe, einer Anregung Lafontaines folgend, mit Hilfe von Barbara Brecht und Heiner Fink, gelang es uns, Brechts „Fragen eines lesenden Arbeiters” ins neue linke Parteiprogramm einzubringen: Fragen nach der Reichtums-Herkunft, der Kraft-Ausbeutung. Zweifel an den herrschenden Legenden bourgeoiser „Leistungsträger”.

Aber, es gibt auch unproduktive Zweifel. Zum Beispiel die der in Mode gekommenen Anti-Antikapitalisten und deren Spitzfindigkeiten beim Skandalisieren der praktischen Zweifler am Herrschenden. Sie lenken Kritik am Gegenstand vorbei auf die Kritiker des Gegenstandes. Rot-grün ist geführt von diesen Kritik-Kritikern, den ewigen Konterrevolutionären. Ziel ihres Regimes von Noske bis Münte ist das rigorose Ausschalten von allem weiter-linken Zweifel. Bei gleichzeitigem Versprechen, kleine Renditeteilchen aus der transnationalen Finanz-Diktatur an gehobene Gehaltsgruppen im Industrieproletariat zu leiten. Dem unteren Rest der Arbeitskraftverkäufer wird Apathie verordnet. Dazu wird widerständiges Organisationspotenzial atomisiert, um widerständiges Denken zu zersetzen. Der Prototyp dieses konzernmediengestützten Apathie-Regimes sind die USA, wo es gegen Wallstreet-Kandidaten nur selten gelang, Langzeitarbeitslose in Wählerlisten zu motivieren.

Lieber Jan,
unser Gespräch vom Werbellinsee ging mir lange durch den Kopf. Wir haben es zwar in der üblichen heiteren Atmosphäre geführt, bei der wir uns ja auch zumindest nie einen Wortbruch gegenseitig zuschulden kommen ließen, aber Deine völlige Verdutztheit, wie es zu dieser starken Ablehnung von Dietmar Bartsch und seinem engeren Umfeld eigentlich kommen konnte, korrespondiert mit meiner Verständnislosigkeit für den Hass, der Oskar oft entgegenschlug (zuletzt Bockhahn usw.). Zunächst habe ich das versucht, nicht an anderen zu ergründen, sondern an mir. Es erhebt also keinen Anspruch auf Umfänglichkeit.